"Talentschmiede und Heimat für Profis"
Nach ihrer Gründung im Frühjahr 1974 spielte die SOLID OLD JAZZBAND zunächst Dixieland, beeinflusst vom Chicagojazz der zwanziger Jahre und dem Revival - Jazz. Von hier aus entwickelte sich die Band weiter: zum einen in Richtung Swing eines Count Basie oder Duke Ellington, zum andern in Richtung des alten New Orleans Jazz. Heute spielt die SOLID alle traditionellen Stile, aber auch Mainstream-, Rock- und Latinjazz mit gleicher Begeisterung und wechselnder Instrumentierung: Eberhard Glauner co, tp, Rudolf Schäfer as, ts, bs, cl, Jörg Utzt tb, Boris Vidanovic g, Rainer Guth b, Dr. Wolfgang Ostberg p und Bob Lee d.
Wichtig war und ist den SOLIDS immer das Ensemblespiel, das jedoch genügend Platz zur Improvisation lässt. Weil sich die SOLID dem Jazznachwuchs verpflichtet fühlt, wurden ausscheidende Jazzer oft durch begabte Neulinge ersetzt: So kamen Gitarristin und Sängerin Anette Schempp (später bei "Honey Pie" und "Salt Peanuts") mit 15 und Schlagzeuger Christian Pitschmann (heute beim SWR und Stadionsprecher des VfB) mit 16 Jahren aus Schülerbands zur SOLID. Knapp über 20 war Pianist Friedbald Rauscher, als er bei der SOLID spielte, Gitarrist Marc Hirte (heute weltbekannter Profi) sammelte mit 21 bei der SOLID erste Jazzerfahrungen, ebenso um die 20 waren die Sängerin Babs Schubert und die schwarzen Sänger Mandy Lewis und Freddy Wilkes, die von Glauner für die SOLID und oft auch überhaupt erst für den Jazz gewonnen wurden. Der Pianist und Student Martin Seck wurde bei einer Jamsession in der "Röhre" für die SOLID entdeckt. Judith Schäfer, Tochter des Saxophonisten Rudolf Schäfer, kam mit 23 nach abgeschlossener Ausbildung an der "Stage - School Of Music, Dance And Drama" zur Band, Gitarrist und Banjospieler Olli Utzt, der Sohn des Posaunisten Jörg Utzt, mit 27 nach dem Studium am "Münchner Gitarren-Institut", Florian Engelhard noch während seines Jazzgitarrenstudiums an der Musikhochschule Stuttgart. Jenny Glauner sang mit acht Jahren beim "Jazz für Kinder" erstmals mit der Band.
Aber es gab natürlich Ausnahmen: Eugen Rödel, Profi -Pianist, war 60 als er festes Mitglied der SOLID wurde, auch Schlagzeuger Bob Lee kam erst mit 69 und reicher Jazzerfahrung zur Solid.
Natürlich spielt die Band am liebsten vor fachkundigem Publikum in Jazzclubs oder auf Festivals, auch im Rundfunk und im Fernsehen. Darüber hinaus hat die Band ihr Publikum aber auch anderswo gesucht - und gefunden: in Kindergärten ("Jazz für Kinder"), Schulen ("Von New Orleans nach New York - Geschichte und Stile des traditionellen Jazz"), selbst im Altenheim ("Keine Angst vor Jazzmusik"). Auch in Bierzelten, bei Werbe- und Großveranstaltungen (IGA, Radweltmeisterschaften, Bundesgartenschau, Fußball WM, usw.) und in Ferienclubs auf den Kanarischen Inseln hat die Band erfolgreich für den Jazz geworben!
Erwähnt werden müssen die dreimonatige Zusammenarbeit mit Bill Ramsey, die Auftritte mit dem Circus Calibastra und dem Magischen Zirkel und die Teilnahme der Band bei Jazzfestivals und an einem der letzten europäischen Jazzbandwettbewerbe: In Dünkirchen (Dunkerque), Frankreich, bewarben sich 52 Bands, zwölf wurden zum Festival eingeladen, die SOLID wurde hinter einer schwedischen und einer polnischen Band Dritte, Saxophonist Heim bester Solist. Wichtiger als dieses Ergebnis waren jedoch die abendlichen Jamsessions und die Kontakte zu den Jazzern aus vielen europäischen Ländern.
Schließlich war und ist die SOLID aber vor allem in der hervorragenden Stuttgarter Jazzszene präsent: Sie spielte in fast allen Stuttgarter Clubs: neben der "Hall" auch bei "Romano", im "Club 18", im "AT Podium", im "Schützenhaus", im "Sudhaus", im "Hahnenhof", in der "Stuttgarter Kellerschenke", im "Laboratorium", im "Bruddler", im "Downtown" ( wer kennt sie noch alle, die Clubs der Siebziger- und Achtzigerjahre?), in der "Röhre", im "Merlin" , in der "Intercity-Jazz-Lounge" und in den anderen Domizilen der IG Jazz und der Jazz-Society, aber auch bei den Stuttgarter Jazztagen, beim Open Air Festival auf dem Killesberg, im Kurpark Bad Cannstatt, zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau, bei den Sommerfesten der Landeshauptstadt usw.
Derzeit ist sie auf Grund ihrer Vielseitigkeit in allen drei großen Clubs der. Landeshauptstadt zu hören: Traditional Jazz-Hall, Bix und Tempus.
So verwundert es auch nicht, dass die Band sowohl auf der seinerzeit im Sudhaus eingespielten Dreifach- LP und der Doppel- CD zum 25 jährigen Jubiläum der IG Jazz, als auch auf den CDs der Jazz-Society zu deren zwanzig-, fünfundzwanzig- und dreißigjährigen Jubiläen vertreten ist. Die erste eigene CD "Wild & Live" wurde in der Dixielandhall aufgenommen, die früheren LPs ("Black Label" und "Red Hot") im Studio, ebenso die CD "SOLID SURPRISES".
Die Geschichte einer Stuttgarter Legende... |